Schottischer Whisky: Zum Wohl - Slainte
mhath!
Namen wir Glenfiddich oder Glenlivet hat
sicherlich jeder schon einmal gehört.
Schottischer Whisky wird schließlich nicht
nur in den heimischen Gefilden gerne
getrunken. Er ist ein echter Exportschlager,
der unter anderem in den USA reißenden
Absatz findet.

Die Ursprünge der Geschichte des Whisky in
Schottland lassen sich nicht vollständig
aufklären. Möglicherweise brachten eifrige
Missionare das Geheimnis des Destillierens
des „Wasser des Lebens“, auch "uisge beatha"
genannt, aus Irland nach Schottland. Es kann
aber auch sein, dass die Schotten dieses
Geheimnis von selbst entdeckten. Schließlich
braucht man zum Brennen von Whisky
eigentlich nicht viel: Wasser, Gerste, also
Malz, und Torf, der für das rauchige Aroma
sorgt. Und natürlich kundige Hände, doch da
der Whisky den Schotten im Blut liegt,
finden sich derer genug.
Die Geschichte des schottischen Whisky
bietet eine Menge spannender Details, so
wurde zum Beispiel lange Zeit schwarz
gebrannt. Die undankbaren Steuergesetze der
Engländer ließen den Schotten keine andere
Wahl, schließlich wollte kein Schotte wegen
der harten Steuerpolitik der Engländer auf
seine tägliche Medizin, der eine Besserung
aller möglichen Leiden nachgesagt wird,
verzichten. Auch der Schmuggel erlebte
blühende Zeiten. Alt wurde damals weder der
legal noch der illegal gebrannte Whisky. Die
Reifung in den oft erwähnten Eichenfässern
ist eine Erfindung der Neuzeit. Whisky, der
mehr als 20 Jahre gereift hat, ist oft kaum
noch zu bezahlen. Nach den gesetzlichen
Vorgaben muss Whiskey heutzutage mindestens
drei Jahre alt sein, bevor er in den Handel
darf. Standard sind etwa 12 Jahre Reifezeit.
Bei einem Besuch im Pub wird dem
Interessierten sicherlich ein ganzes
Füllhorn an Geschichten präsentiert, sofern
er danach fragt. Mit einem Glas Whisky in
der Hand lässt es sich gut ins Gespräch
kommen. Seit der Einführung des
Rauchverbotes in den schottischen Pubs hat
der Getränkekonsum und auch die Zahl der
Besucher spürbar nachgelassen, doch der
schottische Whisky wird immer noch gerne
konsumiert und vor allem exportiert.
In Schottland ist die Auswahl an gutem
Whisky sogar in durchschnittlichen
Supermärkten erstaunlich groß. Erlesene
Liebhabersorten bekommt man dort allerdings
nicht. Die Preise sind aber in jedem Fall
happig, denn der Whisky wird nach wie vor
hoch besteuert. Echte Whisky-Fans – und
davon gibt es genug - lassen sich davon aber
nicht abhalten. Der schottische Whisky ist
etwas herber im Geschmack als der irische
und hat auch mehr torfiges Raucharoma,
aufgrund des offensiveren Umgangs mit Torf
beim schottischen Herstellungsverfahren.
Beim schottischen Whisky gibt es mehrere
Unterscheidungsmerkmale, man trennt zunächst
zwischen Single-Malt und Blends, also
Verschnitten verschiedener Sorten. Der
Single–Malt war lange Zeit eher in
Vergessenheit geraten, doch er hat sich
inzwischen wieder einen festen Platz im
Angebotssortiment gesichert. Ein weiteres
Unterscheidungskriterium ist die Region, aus
der Whisky stammt. Wer eine geschmackliche
Rundreise durch Schottland unternehmen
möchte, der kann sich an die Whisky-Serie „Classic
Malts“ der Firma Diageo halten, die aus
jeder Region mindestens einen Whisky
beinhaltet. Es gibt grob unterteilt vier
schottische Whisky-Regionen. Das sind die
Highlands, zu denen meist auch die Region
Speyside gezählt wird, die unter anderem die
bekannten Sorten Glenlivet und Glenfiddich
hervorbringt, das Lowland, Islay und die
Inseln. Jede Region hat geschmacklich
gesehen ihre Charakteristika. Bei den Inseln
ist es die leicht salzige Meeresluft, die
sich erahnen lässt. Die Whisky-Sorten aus
Islay und den Highlands sind durchaus
kräftig im Geschmack, im Gegensatz zu denen
aus Speyside, die zwar regional zu den
Highlands gehören, aber geschmacklich
gesehen nicht so kräftig sind.
Für welchen Whisky man sich auch entscheidet
– schottischer Whisky ist etwas für
Genießer. |